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Comments by Commenter

  • Christoph Schmieding

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Den Ansatz den Begriff der Bildung zu modifizieren als “permanenten Innovationsprozess” fügt diesem sicher eine neue interessante Dimension hinzu. Dennoch wäre eine solche Attributierung sicherlich auch nicht ganz unproblematisch. Denn, wie hier Fuchs abstrahiert wird, dass durch Interaktion von Individuum und Umwelt letztlich Erneuerung einhergehen wirft folgernd die Frage auf, wie sich Umwelt, möchte man diese nun als Bildungsumwelt verstehen, im Zeichen einer massiven technologischen Beschleunigung, sowie auch der des sozialen Wandels gestaltet. Schließen sich eine Weitergabe der Produkte von Bildung über Generationen hinweg, also eine Weitergabe von den Älteren an die Jüngeren und ein ständiger Innovationsprozess als zwei Seiten von Bildung nicht letzlich aus? So argumentiert Vera King beispielsweise ( King, Vera: Umkämpfte Zeit – Folgen der Beschleunigung in Generationenbeziehungen. In: Zeitgewinn und Selbstverlust. Vera King / Benigna Gerisch (Hg.), Frankfurt / NY 2009.) das eben diese permanente Innovation, verstanden als Idiom von Beschleunigung, eher einem Bruch zwischen den Generationen, einer Aufkündigung einer generationalen Weitergabe von Bildungsprodukten gleichkäme. Stellt so nicht gerade die institutionelle tradierte Bildung ein Korrelativ dar, das einseits zwar die Kluft zwischen Lebenszeit und Weltzeit (Hartmut Rosa 2005) offenlege, sich in diesem andererseits jedoch auch als Fluchtpunkt einer kritischen Reflexion auf Innovation beweisen könnte? Dränge man einen solchen, sicherlich auch an Adorno oder Klafik angelegten kritischen Bildungsbegriff zugunsten eines rein funktionalisierten der dauernden Innovation zurück, birgt dies m. E. die Gefahr der reinen Selbstbezüglichkeit von Innovation. Dieser realisiert sich dann nämlich nicht mehr als Erneuerung, welche auf ihr Vorher noch zu verweisen vermag, sondern eben als rein jener Funktion, welche sich eben nicht mehr im Diskurs der Generationen, nicht mehr in der Materialität einer weltzeitlichen Umwelt verankere, nicht mehr als Weitergabe und Erneuerung verstehen ließe. Innovation und so auch Bildung würden sich, zumindest im Rahmen des Beschleunigungstheorems, der Geschichtlichkeit entziehen, sich rein auf die Jetztzeit beziehen und auf ein reinen Fortkommen verweisen. (CS)

  • Daniel H. Ottersbach

    • Comment on Didaktisches Design on June 26th, 2012

      Habe gestern den “vollendeten” Aufsatz sehr gerne gelesen! Von mir auch einmal Respekt!
      Allerdings ist die Publikationsform vielleicht in den Augen mehrerer Betrachter mutig, aber nur logisch und konsequent!
      Aus meiner Sicht ein best practice Beispiel dafür, dass Theorie auch gleich mit Praxis verbunden und umgesetzt werden kann! Alle Achtung!

  • Frieder (IttnerFA)

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Auf den ersten Blick zwei Anmerkungen:
      - Wissen kann nicht weitergegeben werden, sondern man kann andere nur dabei unterstützen Wissen aus Informationen zu konstruieren … Stichwort Wissensbegriff, Informationstheoretischer Ansatz, Diskurs etc.

      Zweitens finde ich das Verständnis des Mediums als Mittler zu kurz. Medien haben eine Eigenwirkung und Verändern die Botschaft, (the medium is the massage) … dies sollte doch noch durchkommen. Also nicht medienkompetenz sondern Medienbewusstsein.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Okay mein Fehler, hätte erst mal weiter lesen sollen ;-)

      Bei externalisieren sollte man auf Nonaka hinweisen;
      - bei Interface und Turingzeitalter sollte ein Hinweis auf Norbert Bolz nicht fehlen + Was macht Turing denn aus? Hinweis auf binären Code

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Enzensberger sollte irgendwo den Hinweis auf die Bewusstseinsindustrie enthalten
      + dann natürlich auch der Rückgriff auf Adorno und die Kulturindustrie, ohne die Enzensberger nicht zu verstehen ist.

      Zum schluss würde ich mir entweder die Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas wünschen, oder eben die Unwahrscheinlichkeit von Kommunikation nach Luhmann und seiner Systemtheorie.

  • Fritz Unruh

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich glaube mittlerweile ist diese Kritik an den “Massenmedien” überholt. Zwar hat das Fernsehen und der Film auch heute nicht den Anspruch, eine synchrone Kommunikation zwischen den Sendern und Empfängern zu ermöglichen (von den technischen Schwierigkeiten ganz zu schweigen)

      Nichtsdestotrotz gibt es sehr wohl eine Wechselwirkung, auch wenn diese Kommunikation vor allem asynchron stattfindet (mit Ausnahme einiger weniger Talksendungen wie “Domian”)

      Jede gesellschaftlich relevante Äusserung einer Meinung über einen dieser, auf den ersten Blick einspurigen, Kanäle führt heute zu regen Diskussionen auf verschiedensten Plattformen im Internet, welche die Produzenten des Gesendeten in den meisten Fällen auch direkt erreichen (zB imdb oder Sendereigene Foren)

      Das Film und Fernsehen versuchen, Kommunikation zu verhindern, erschließt sich mir in keinster Weise, ganz im Gegenteil sind sie kommunikationsfördernd, sei es unter den Rezipienten oder auch zwischen Sender und Empfänger.

      Formate, die offensichtlich das Ziel haben eine Kommunikation wie auch immer geartet zu verhindern, würden sowohl als Film im Kino als auch als Sendung im TV grandios scheitern.

  • GK

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      Aus motivationspsychologischer Sicht würde ich dem zustimmen, weil intrinsisch motivierte Lernprozesse eher zu tiefenorientierten Lernstrategien führen und Lerninhalte dabei nicht nur oberflächlich abgespeichert sondern in ihrem Kern durchdrungen werden. In dieser Hinsicht gäbe es in einer idealen Schule keinen Unterricht im Klassenverband sondern in Kleingruppen oder Einzelarbeit, keine Noten sondern vielleicht Berichte über den individuellen Fortschritt usw. Einiges davon könnte man sicherlich auch realisieren (bzw. es findet bereits in Modellprojekten statt), ich halte es aber für falsch, Bildungsstandards darüber komplett abzulehnen. Auch wenn diese festgelegten Standards blind sind gegenüber individuellem Lernerfolg, bieten sie doch eine gewisse Vergleichbarkeit, die in Bildungsdiskursen nötig ist. Und letztendlich sind die Standards ja hauptsächlich grundsätzliche Kompetenzen, die jeder junge Mensch in der Schule erwerben sollte, weil sie für eine gesellschaftliche Teilhabe und alles, was dazu gehört, unerlässlich sind; und wenn dann in Vergleichstudien deutlich wird, dass ein großer Teil selbst bei Dingen wie Lesekompetenz Defizite hat, dann ist das für die Entwicklung des Bildungssystems eine wichtige Erkenntnis, die ohne die Definition von Mindeststandards nicht möglich wäre. Insofern finde ich die Output-Orienierung und Festlegung von Bildungsstandards richtig und wichtig – aber eben nicht als einzige Faktoren, die bei der Frage, wie wir Bildung gestalten wollen, betrachtet werden sollten.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Dass die Manipulationsthese auch von Enzensberger vertreten wurde, wundert mich. Ich kenne nur seinen Essay von 1988, in dem unter anderem die Manipulationsthese heftig kritisiert, gerade weil Mediennutzer dabei “grundsätzlich als wehrloses Opfer” bzw. als Manipulierte erschienen und die Medienveranstalter als Täter bzw. Manipulierer. (aus: Hans-Magnus Enzensber.Kritische Sichtung der Medientheorien [1988]) Aber vielleicht hatte Herr Enzensberger ja einfach dazu gelernt. :-)

  • IW

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich kann die Schlussfolgerungen Groys’ nicht nachvollziehen, da ich der Auffassung bin, dass Neues nicht immer bewusst geplant wird und aus Veränderungen entstehen kann, die diese Entwicklung gar nicht vorgesehen haben und trotzdem etwas Neues hervorbringen. Betrachtet man alleine politische Revolutionen der Neuzeit so sieht man, wenn man sich mit den Auslösern und Zielen befasst, dass seltenst eine konkretes Ziel von vorn herein geplant war und sich diese meist erst im Verlauf dieses Prozesses ergeben haben. Auch der Blick in unsere Gegenwart zeigt, dass Neues/ Veränderungen überall erstrebt werden auch wenn der Zustand vermeintlich ideal erscheint. Bsp.: Obwohl wir in der EU demokratische und autonome Staaten haben, wird für die Zukunft ein geeintes Europa diskutiert.
      Die Postmoderne ist ein Konstrukt, dass sich die Postmoderne erdacht und definiert hat und kann erst in der Zukunft in ihren Zielen und Vorstellungen beurteilt werden, ebenso wie es mit anderen Epochen passiert ist.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich glaube, dass man keine Generation so pauschal als orientierungslos beschreiben darf. Denn der Erfolg der Piraten- Partei erinnert doch sehr stark an den Erfolg der Grünen in der Vergangenheit und ist viel mehr eine klare Aussage an die Politik, dass die Politik der großen Parteien keinen Zuspruch findet oder zu indifferent für die Wähler der Piratenpartei ist. Es ist ein Aufruf nach Veränderung, denn man kann nicht ernsthaft davon ausgehen, dass man sie wegen ihres Wahlprogramms wählt:)

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich glaube, damit ist die Bewertung von Schülern durch Lehrer gemeint, die sich nur auf schriftliche und mündliche Äußerungen im Vergleich mit den anderen Schülern stützt. Dabei bleibt die individuelle Steigerung gänzlich unbewertet.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      In anderen Disziplienen wie der Geschichtswissenschaft ist man schon lange auf den Trichter gekommen, dass etwas Neues sowohl aus Restaurationsversuchen und auch revulutionären Prozessen entstehen kann. Wieso schließt Latour Ersteres aus?

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Komposition allein kann nicht die Lösung sein. Es muss auch möglich sein aus Altem etwas Besseres zu formieren. Meines Erachtens ist Latours Ansatz keine Lösung für das Problem der Postmoderne. Somit wäre Weiterentwicklung und Innovation der optimale Weg.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Was könnten den weitere fundamentale Grundfunktionen sein, neben der permanenten Innovation?

  • Klaus Meschede

    • Comment on Didaktisches Design on May 3rd, 2012

      Muss man den Innovationsbegriff überhaupt in dem Zusammenhang verwenden? Er ist so negativ besetzt, dass ich ihn umgehen würde. Besser eignen sich Begriffe wie Transformation, Veränderung, Wandel. Transformation könnte man dann auch gut mit Leitmediumswechsel in Bezug auf Lernen verknüpfen. Auch Bildung erscheint mir hier problematisch. 1. nicht geeignet für eine internationale Diskussion (self-cultivation o.ä. Exotisches), 2. notwendig zu historisieren und zu dekonstruieren. besser Lernen/education oder Competencies im Sinne der DeSeCo-Studie 2003. auch Deweys Begriff der Weitergabe/Transmission erscheint mir problematisch: zu statisch, gegenstandsorientiert. als moderne Referenzpunkte würde ich eher Manuel Castells oder die Tätigkeitstheorie wählen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      “welchen Einfluss die durch die digitalen Technologien hervorge-
      rufenen gesellschaftlichen Transformationsprozesse darauf haben”
      jetzt verstehe ich, weshalb der Begriff Transformation für Dich zu passiv ist: für mich ist Transformation ein aktiver Begriff, weil die Technologien immer nur die Bedingung der Möglichkeit für Veränderungen sind, die eigentliche Transformation ist die aktive Realisierung der Möglichkeiten. Entscheidend bei der Transformation sind die Akteure. Man kann das auch sehr schön bei der langsamen Veränderung von Systemen von einer Internalisierungsphase zu einer Externalisierungsphase erkennen. Leider sind wir im Bildungssystem noch nicht einmal bei der Internalisierung angekommen :-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      zunächst einmal: Respekt! gutes Thema, mutige Publikationsform, überzeugende Argumentationslinie!
      Bei einer nochmaligen Gesamtlektüre ist mir aufgefallen, dass die Begriffe “innovation” und “Bildung”, die in der Diskussion schnell im Fokus standen, eigentlich gar nicht fundamental für den Vortrag sind.
      Der Begriff “Innovation” kommt relativ selten vor, stattdessen werden Begriffe wie “Transformation”, “Veränderung”, “Erneuerung”, “Gestaltbarkeit der Zukunft” u.ä. (auch in Verbform) häufig verwendet. Der Begriff “Innovation” könnte m.E. gänzlich fehlen, ohne dem Anliegen zu schaden, im Gegenteil: mit Innovation wird eben doch immer der plötzliche Durchbruch von etwas gänzlich Neuem suggeriert oder der verengte ökonomische Begriff assoziiert. Mit Begriffen wie Wandel, Veränderung, Transformation wird dagegen immer die prozesshafte und kollektive Erneuerung verbunden. Den Begriff Transformation kann man natürlich auch wieder einer bestimmten Schule zuordnen, muss dies aber nicht zwingend tun.
      Ähnliches ist mir bei dem Begriff “Bildung” aufgefallen. Auch er wird relativ selten verwendet, unbelastetere Begriffe wie Lernen oder Generierung von Wissen etc. häufiger. Ich würde auch in diesem Fall für das Umgehen des Begriffs “Bildung” plädieren. Lernen und Kompetenzentwicklung (vielleicht mit einem Hinweis auf die DeSeCo-Studie) könnten reichen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      Das erscheint mir nach dem Lesen der Trilogie und seines letzten Werks “Communication Power” aber sehr verkürzt und verfälschend :-)
      Woher stammt denn diese Charakterisierung?

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      ergänzend: der frühe Enzensberger folgte noch Brechts Radiotheorie :-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 11th, 2012

      inhaltlich vollkommen d’accord!
      Jetzt verstehe ich auch Deine Intention bezüglich der Begriffsverwendung und kann sie nachvollziehen.
      Dein innovatives Vorgehen hier hat sich offensichtlich gut bewährt :-)

  • Marc

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      Nur als Hinweis gedacht so dass der Ursprungsgedanke nicht verloren geht: Enzensberger bezieht sich auf Brechts Radiotheorie und das Modell Sender-Empfänger: http://de.wikipedia.org/wiki/Radiotheorie … greetz Marc

  • Maria Kulmala

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Würde ein stark zukunftsorientierter Bildungsbegriff die Ökonomisierung des Lernens nicht vorantreiben? (im Sinne von “ich muss das lernen, um später einen tollen Job/Studienplatz zu bekommen”)

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich verstehen der Begriff “Output-Orientierung” nicht ganz, ist damit das Streben nach nachweisbarer Leistung statt “lernen” gemeint?

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      M.E. muss man die Probleme der Jungen und der älteren Menschen auseinander halten: Die älteren Bürger habe sicherlich große Schwierigkeiten mit den modernen Technologien und fühlen sich verwirrt. Allerdings haben sie bereits einen Punkt erreicht, in dem sie ihr Leben nicht mehr “neu gestalten” müssen (Karriereplanung, Familie). Sie haben bereits eine passende Lebenform gefunden, (ggf. Familie, Karriere, Freundschaften) und müssen ihren Platz in der Gesellschaft nicht mehr suchen.

      Für die jungen Menschen bedeutet die Pluralisierung natürlich mehr Möglichkeiten und Freiheiten aber auch Verwirrung, Suche nach dem eigenen Platz und Unsicherheiten. Wo die älteren Menschen bereits ihre Lebensform gefunden haben – obwohl sie sich natürlich auch anpassen müssen – müssen die Azubis, Schüler und Studenten etc. zunächst die Menge der Angeboten bewältigen können.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      “Der Postmodernismus ist ein Symptom” Ist damit gemeint, dass der Postmodernismus eine “Notlösung” für die (oder nach der) Zeitgeschichte(II WK,Krisen des 20. Jahrhunderts etc.) ist und dadurch als ein Versuch sich von der Vergangenheit zu entfernen ist?

  • martin

    • Comment on Didaktisches Design on June 21st, 2012

      ich denke, dass LLL schon sinnvoll ist: die zumutung verschwindet ja nicht, wenn man sie sich schönredet. und “Lernen” ist natürlich erstmal eine tolle sache, jede/r tut es, kinder sind lerngenies usw. usw. …

      das ist aber nicht dasselbe, wie die überforderung, die die globalisierte und digitalisierte gesellschaft an die einzelnen stellt: sich selbst zu orientieren, die eigene energie sinnvoll einzusetzen, um lern-kettenreaktionen zu begünstigen, auf eigene faust zwei bis drei felder gleichzeitig im blick zu haben, das eigene profil/portfolio zu entwickeln, sich um die eigenen meta-kompetenzen zu kümmern, eigene netzwerke aufbauen und unterhalten zu können, verstehen was die großen entwickelungen auf den eigenen professionellen feldern gerade sind …

      dabei müssen wir den lernenden Ich AGs (also auch uns selbst) helfen. aber wir müssen auch klar sagen, dass das die anforderung ist. das ist nicht schön, klar, und ja, auch früher gab es schon solche lernenden “ich-unternehmer”, aber jetzt ist das die anforderung an die mehrheit. und die mehrzahl ist (wie ich, als ich damit konfrontiert wurde) nicht sehr gut vorbereitet.

  • martin lindner

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      (großartige aktion, aber schwierig: in sich geschlossene texte haben einen eigenen wert, die aussagen stützen sich gegenseitig, da will man gar nicht wirklich an einzelnen stellen mäkeln. aber trotzdem, aus prinzip:)

      “Lernen” bleibt hier (bewusst?) eine Leerstelle. Das L-Wort ist ja ähnlich schwierig zu handhaben wie das B-Wort. Es ist OK, das offen zu lassen, aber man sollte das begründen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      (ich hoffe, das ist der erste Latour-paragraph ;) )

      Das Heranziehen von Latour begrüße ich sehr. Was meint er genau mit “Komponieren”? Inwiefern steht das in Beziehung zu “Design” (in vieler Hinsicht ein Schlüsselbegriff derzeit, auch und gerade, was Web & Lernen betrifft)? Hat das was mit “Bricolage” zu tun?

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Vielen Dank für das Dewey-Zitat von der “Transmission”. Aber ist das nicht eher “Erneuerung” als “Innovation”? Bzw. etwas Drittes, das beides irgendwie einschliußt (und was ich sehr interessant finde): Innovation als beiläufiges Produkt eines Erneuerungs- bzw. Reproduktionsprozesses eines dynamischen Systems? Das wäre ein andere Innovations-Begriff als der übliche, von Neoliberalen und Techno-Utopisten verwendete.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      “Bildung als wissenschaftlicher Begriff bezeichnet für mich diesen zirkulären Prozess von
      Weitergabe und Erneuerung.” Interessante Definition, und ich mag den Verweis auf den “zirkulären Prozess”. (Ich glaube, alle Wissens- und Lernprozesse sind zirkulär, nicht datenbankähnlich: “Wissen, das nicht im Umlauf ist, ist längst schon vergessen.”)

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Eine ideologiefreie Neudefinition von “Bildung” scheint in der Luft zu liegen: Vor 3 Tagen Jean-Pol Martin und Christian Füller, und ich selbst habe dann auch eine Definition gepostet. …

      Ich bin grundsätzlich nicht ganz glücklich mit dem unhinterfragten Innovations-Begriff (obwohl ich, glaube ich, de facto allem zustimme). Andererseits: Als provokative Arbeitshypothese für diesen Vortrag gefällt mir das gut.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Sorry, den Kommentar habe ich an Paragraph 11 geheftet … Ich hatte die Software nicht ganz kapiert.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      wg. Bildungs-Definition: https://plus.google.com/102484891814321353019/posts/NoYTcAni9MP

      Und die von +Benjamin Joerissen müsste ich noch suchen …

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      http://www.scribd.com/doc/89630512/Bildung-im-Zeitalter-vernetzten-Wissens-Denkens-Handelns
      (Joerissen, aktuell)

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Mediendefinition: sehr schwieriges Terrain. Mein Versuch: http://www.scribd.com/doc/13709715/lindnerMedienDefinition-2003. Der sehr gute (und zitierbare) Versuch von Hartmut Winkler hier: http://homepages.uni-paderborn.de/winkler/medidef.html

      Fritz Heider hat das 1921 geschrieben, und es hat keinerlei Bezug zu modernen Medientheorien, die sich auf das beziehen, was wir seit ca. 1960 “die Medien” nennen. McLuhan hat mehrere widersprüchliche Medienbegriffe, neben dem hier zitierten anthropologischen eben den (mn.E. viel interessanteren) der “elektronischen Medien”. Interessanter Weise schreibt er in “Understanding Media” (1964) viel über Education (also Bildung) und auch schon über Computer.

      Die Jahreszahlen sind hier irreführend und sollten in eckigen Klammern mit den Erstveröffentlichungsdaten ergänzt werden.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Da bräuchte es eine Reflexion des aktuellen, angelsächsische Designbegriffs. (Der natürlich zu weit führt hier. Aber so ist es sehr deutsche Froschperspektive.)

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Ich selbst verweise an dieser Stelle immer auf “Flat World” von Thomas Friedman und da wiederum auf seine exemplarische “lebenslange Lernerin” Marcia Loughry.

      Insgesamt: Ein sehr anregender Vortrag. Nicht beirren lassen und halten. (Meine Anmerkungen sind nur Annotationen und Anreicherungen, kein Argument gegen den Text.)

  • Matthias Andrasch

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      (Vorab: sehr interessanter und aufschlussreicher Text und ein interessanter Versuch den Vortragstext schon vorher per Peer-Review zu besprechen. CommentPress kannte ich vorher auch noch nicht.)

      Ich habe in diesem Abschnitt etwas (Verständnis-)Probleme mit dem folgenden Satz:

      “Trotz dieser weit verbreiteten Einsicht, spielt die bewusste Gestaltung unserer Zukunft nur in wenigen Bildungskontexten eine ernstzunehmende Rolle.”

      Was ist hier mit bewusster Gestaltung der Zukunft genau gemeint? Und wie bzw. wo wird das für mich ersichtlich, dass die bewusste Gestaltung nur in wenigen Bildungskontexten eine ernstzunehmende Rolle spielt?

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      An dieser Stelle vielleicht mal noch etwas ausführlicher:

      “Das [...] vorgestellte Modell der Medienbildung basiert auf einer
      strukturalen Bildungstheorie, die Bildungsprozesse als eine Form komplexer, selbstreflexiver Lern- und Orientierungsprozesse versteht. Bildung lässt sich aus dieser Perspektive nicht als Ergebnis oder Zustand verstehen, sondern muss als ein Prozess aufgefasst werden, in welchem vorhandene Strukturen und Muster der Weltaufordnung durch komplexere Sichtweisen auf Welt und Selbst ersetzt werden (vgl. Marotzki 1990).”

      Marotzki, W., & Jörissen, B. (2008). Wissen, Artikulation und Biographie: theoretische Aspekte einer Strukturalen Medienbildung. In J. Fromme & W. Sesink (Eds.), Pädagogische Medientheorie (pp. 51-70). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. doi:10.1007/978-3-531-90971-4

      http://www.springerlink.com/content/m162k6076015462x/

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Marotzki und Jörissen sprechen bzgl. ihres Medienbildungsmodells übrigens auch die Kontingenz an, wenn es um Orientierungswissen und die Qualität der Bildung geht, genauer gesagt um Momente der modernen Bildung (vor dem Hintergrund der Debatte der Wissensgesellschaft) :

      “Die Fähigkeit, sich innerhalb unübersichtlicher und kontingenter gesellschaftlicher Bedingungen Orien- tierung zu verschaffen und zu positionieren, muss in den gegenwärtigen Ge- sellschaften als eine Kernkompetenz der Lebensbewältigung wie auch der sozialen und kulturellen Partizipation betrachtet werden” (S.56).

      “Tentativität: Flexibilisierung bedeutet zugleich auch, sich für neue Situatio- nen offen zu halten, sozusagen eine Haltung der vorausschauenden Kontin- genzerwartung zu kultivieren. Bildungsprozesse gehen in diesem Sinn mit der Eröffnung von Unbestimmtheitsräumen einher, mit einem auf Tentativi- tät und Exploration, mithin auf das aktive Erschließen neuer Erfahrungs- räume (i.S. John Deweys Begriff der experience) ausgerichtetes Verhalten” (S. 56).

      Ich fand die Überschneidungen ganz interessant, zumindest so wie ich das Schlusswort dieses Textes jetzt verstanden habe. Die spontane Frage, die sich mir stellen würde, wäre jetzt wie man diese Kontingenzerwartungskultivierung in Lernsettings integrieren könnte.

      (Marotzki, W., & Jörissen, B. (2008). Wissen, Artikulation und Biographie: theoretische Aspekte einer Strukturalen Medienbildung. In J. Fromme & W. Sesink (Eds.), Pädagogische Medientheorie (pp. 51-70). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. doi:10.1007/978-3-531-90971-4
      http://www.springerlink.com/content/m162k6076015462x/ )

  • MS

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Mal abgesehn davon, das Outputorientierung auch einer genaueren Definition bedarf, um darüber so detailliert zu diskutieren, möchte ich darauf hinweisen, dass Vergleichsstudien wie PISA oder auch etwa die zentralen Vergleichsprüfungen innerhalb eines Bundeslandes meiner Meinung nach eine unverhältnismäßige Bedeutung und Aufmerksamkeit erhalten, selbst wenn man outputorientiert denken würde. Wie soll etwa in so einem Test hinreichend Kreativität und produktive Phantasie eines Schülers überprüft werden? Zumindest was das Beispiel der zentralen Prüfungen am Ende der neunten bzw. zehnten Klasse angeht, sind solche Testaufgaben oft eine Farce, verglichen mit dem, was in 4 bzw. 5 Jahren den Schülern vermittelt werden sollte.
      Ich meine nicht, dass sie keine Daseinsberechtigung hätten, aber ihr wachsender EInfluss auf Bildungsmaßnahmen zeigen, dass global denken nicht immer konstruktiv sein muss, sondern manchmal regional und individuell denken mehr verheißen kann. Denn solche STudien, die immer nur einen sehr kleinen Teil der CHarakterisik eines Systems aufdecken, haben leider zur Folge, dass bewährte Modelle ohne Überprüfung abgeändert werden und durch wenig durchdachte ersetzt werden.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Die beiden hier (siehe unten) benutzten Zitate von Latour zeigen meiner Meinung nach einen für unsere Zeit typischen Pragmatismus, von dem ich mich gerne etwas distanziere. Komposition kann nicht die Lösung sein, wenn in solchem Maße Tradition und Wissen aus Jahrtausenden menschlicher Kultur mit diesem modernen Pragmatismus einfach vernachlässigt werden. Die Menschen haben in der Geschichte immer darum gekämpft, dass auch das Nichtkonstruierte, das Nichteingetretende, das Mögliche gedacht wird und gedacht werden darf, und so immer eine Relevanz besitzt. Zukunftsvisionen enstehen immer aus Variationen im Denken, durch Variationen des Realen, auch des Vergangenen und nicht zuletzt auch aus einem zumindest zum Teil idealistischen Glauben heraus…

      “Unfähig, an die Versprechen von Sozialismus oder »Naturalismus«
      zu glauben, hüten sich die Postmodernen wohl, gänzlich daran zu zwei-
      feln. In der Schwebe zwischen Glauben und Zweifel warten sie auf das
      Ende des Jahrtausends”
      (Die Komposition…)
      “Sie lenkt so die Aufmerksamkeit weg vom irre-
      levanten Unterschied zwischen dem Konstruierten und dem nicht Kon-
      struierten, zwischen dem Komponierten und nicht Komponierten, und
      statt dessen hin zum wichtigen Unterschied zwischen dem gut oder
      schlecht Konstruierten, gut oder schlecht Komponierten”

    • Comment on Didaktisches Design on May 13th, 2012

      Ich habe es auch etwas extrem formuliert, wenn ich so ein paar Tage danach drüber lese ;), und generell möchte und muss ich dir zustimmen, dass Komposition im Allgemeinen immer auch auf Tradition und Wissen basiert.
      Trotzdem möchte ich nochmal hervorheben, in welchem Zusammenhang hier (!) Komposition genannt wird, beziehungsweise es beschrieben wird:
      “(…)(Die Komposition)lenkt so die Aufmerksamkeit weg vom irrelevanten Unterschied zwischen dem Konstruierten und dem nicht Konstruierten”
      Das gefällt mir einfach nicht und enspricht nicht meiner Auffassung eines sich selbstreflektierten Fortschritts. Ganz im Gegensatz denke ich, dass in vielerlei Hinsicht gerade der technische/mediale Fortschritt, z.B. durch die Realisierung von aufwendigen Simulationen, von großen Meinungsumfragen etc., es möglich gemacht hat, das Ermöglichte mit dem Nichtermöglichten, das Eingeleitete mit dem Nichteingeleiteten zu vergleichen und daraus Schlüsse zu ziehen. Das ist der Vorteil jeder Theorie.

  • Nicole D.

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Das ist ja traurig! Insgesamt finde ich es sowieso von Nachteil, dass anscheinend grundsätzlich nur eine Output-Orientierung herrscht. Abgesehen von den aufgeführten Nachteilen, ist auch der Druck auf Lernende heute enorm. Denn zu wissen, dass ich nicht gerade jetzt lerne, weil ich eben Interesse oder Spaß an etwas habe, sondern weil ich es wissen MUSS, um später ein schon vorbestimmtes Ziel zu erreichen, setzt enorm unter Druck und schiebt Lernende, die diese Ziele nicht erreichen, immer weiter ins Abseits.

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Würde das dann heißen, dass Technologie zum “Komponieren” genutzt werden soll? Dementsprechend nur als Mittel gesehen werden soll, um Neues zu erschaffen?

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Inwiefern wird hier neue Realität genannt? Nur, wenn wir Visionen in die Tat umsetzen? Was ist dann mit Visionen, die (noch) nicht umgesetzt werden können und trotzdem unser Denken verändern?

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Inwiefern wird hier neue Realität definiert (nicht genannt)?

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Empfinde ich ähnlich. Mit lebenslangem Lernen scheint verbunden zu sein mit der Pflicht immer auf dem neuesten Stand zu sein, immer alles wissen zu müssen, nur um hinterher zu kommen. Ist lebenslanges Lernen wirklich erst jetzt wichtiger geworden, wie es so oft heißt? Oder war es das nur schon immer und erst jetzt wird klar, dass das auch stärker gefördert werden müsse?

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Bildungsstandards zu haben, finde ich auch nicht problematisch und wenn Output-Orientierung meint, dass jeder Schüler das Bestmögliche aus sich heraus holt und das das zu erreichende Ziel ist, fände ich das auch in Ordnung. Aber genau der Punkt, den im Kommentar oben Herr Neuhaus angesprochen hat, ist das entscheidende für mich: Lehrkräfte werden gezwungen bestimmte Inhalte in einem bestimmten Zeitrahmen “durchzuziehen”. Dadurch bleibt kein Platz, um eventuell auch auf die Interessen der Lerngruppe einzugehen und dort möglicherweise auch noch mehr Interesse zu fördern. Aber genau dann würden sich vielleicht viele Fähigkeiten, die gefördert werden sollten, viel leichter entfalten können. Für mich sind solche Maßstäbe trotzdem zweiseitig: Auf der einen Seite engt es ein und gibt einen sehr begrenzten Raum für Freiheiten vor, auf der anderen Seite wird dadurch aber natürlich eine Hilfestellung gegeben, die sehr nützlich ist.

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Ich glaube, dass man hier gar nicht so pauschal reden kann. Mit Sicherheit, ist es für viele ältere Menschen schwer, sich mit den neuen Technologien auseinanderzusetzen. Aber davon abgesehen, bietet unsere heutige Welt – und nicht nur die Technologien – eine so große Palette an Wahlmöglichkeiten für alle Bereiche des Lebens (Beruf, Interessen, politische Einstellungen usw.), dass man da doch wirklich oft den Überblick verliert. Um mal auf die Piratenpartei zu kommen: Es ist doch interessant, dass eine so junge Partei schon so viel Aufmerksamkeit erhält, obwohl sie eben für ganze viele Probleme keine Lösung und auf viele Fragen keine Antwort hat. Das spiegelt doch sehr gut wieder, was auch bei vielen Menschen los ist. Die Welt verändert sich zwar in dem Sinne, dass man immer davon spricht, dass alles einfacher und bequemer wird, aber durch gibt es auch viel mehr Optionen und das Leben ist nicht mehr so stark vorgeschrieben und festgelegt.

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Aber nehmen denn wir nicht eigentlich Einfluss auf unsere Wirklichkeit, in dem wir die Technologien anwenden? Ich frage mich eben, inwiefern Technologien selbst wirkende Systeme sein können, wenn doch eigentlich wir der Antrieb dafür sind – auch wenn wir manchmal denken, dass die Technologien mehr mit uns machen, als andersherum.

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Ja, das trifft sie sehr genau. Ich kann nur nicht ganz nachvollziehen, wie eine gemeinsam für gültig befundene Realität ohne Berücksichtigung der Visionen, die noch in Gedanken sind, gelten kann. Eigentlich heißt das doch, dass man sich zwar darauf einigt, etwas als gültige Realität zu bezeichnen, diese aber von jedem möglicherweise ganz anders wahrgenommen, verstanden und auch eben mit anderen Motivationen betrachtet wird.

    • Comment on Didaktisches Design on May 10th, 2012

      “Komposition kann nicht die Lösung sein, wenn in solchem Maße Tradition und Wissen aus Jahrtausenden menschlicher Kultur mit diesem modernen Pragmatismus einfach vernachlässigt werden.”

      Ich verstehe Komposition eher als etwas, dass auf Tradition und Wissen basiert. Wenn man das jetzt mal mit einem Musikstück vergleicht, muss man zum komponieren ja schon eine gewisse Grundkenntnis haben und kann erst dann Neues erschaffen, wenn man das Alte als Basis nimmt und sich davon entweder abgrenzt oder es verändert etc. Und daran kann auch immer weiter gearbeitet werden. Etwas Neues zu kreieren setzt für mich zwangsläufig auch eine gewisse Grundkenntnis über das Alte – die Tradition und das Wissen der Vergangenheit – voraus,

  • Norbert

  • RB

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Die Kritik an dem geringen Handlungs- und Mitgestaltungsspielraum um und an dem Lehrplan durch die Lehrer kann ich durchaus nachvollziehen, aber dennoch halte ich gewisse internationale Vergleichsstudien wie PISA für sinnvoll, die dazu geführt haben und zukünftig führen, dass man über die Unterrichtsweise im eigenen Land reflektiert und sich ernsthaft fragt, was beispielsweise in Finnland anders verläuft.
      Hierzu war aber erst einmal ein Leistungsvergleich notwendig, wobei selbstverständlich stets berücksichtigt werden muss, dass wir es nicht mit dem gleichen Schulsystem zu tun haben usw.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Zu: “Sind wir diejenigen, die der
      Zukunft ausgeliefert sind, abhängig von wissenschaftlich-technologischen
      Prognosen oder sind wir diejenigen, die Ideen und Visionen entwickeln,
      um Zukunft aktiv zu gestalten?”

      Kann es nicht beides sein? Zunächst existiert zum jetzigen Zeitpunkt erst einmal ein wissenschaftlich-technologischer Background, aus dem sich dann eventuell Voraussagen über die Zukunft ergeben. Diese können wir als Anregungen betrachten, die wir dann aber versuchen mitzugestalten und möglicherweise doch noch in eine andere Richtung lenken.

  • SBeeck

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Meines Erachtens nach sind es nicht die jungen Menschen, sondern die älteren welche sich in der immer komplexer werdenden Welt schlechter zurechtfinden (aus technischer Sicht jedenfalls).
      Der Jugend fällt es, sollte dies gemeint sein, tatsächlich schwerer politische und globale Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Durch die beispielsweise immer undurchsichtiger werdende Finanzwelt haben auch ältere Personen Probleme mit besagter Komplexität.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ziel der technologischen Entwicklung ist ja eine Vereinfachung des Lebens und das erreichen bisher Unerreichtem. Der Unterbau der nach oben simpel scheinenden Technologie (Touchscreenanwendungen z.B.) wird dabei immer komplexer, da das Problem einfach zu lösen sein soll, der zu Grunde liegende Lösungsweg allerdings entsprechend komplizierter wird. Dies wird irgendwann zu Problemen führen, wenn keiner mehr den Unterbau nachvollziehen kann.
      Es ist meines Erachtens auch ein großer Erfolg der Entwicklung, dass man, wie du erwähntest, mehr Optionen im Leben hat. Früher war der Vater Schreiner, der Sohn wurde es auch. Die Tochter blieb bei der Hausarbeit. So kann nun jeder weitgehend selbst bestimmen was er, je nach Fähigkeiten, tun möchte.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich höre sehr oft Lehrer darüber “jammern”, dass sie zu wenig Spielraum haben. Ich wünsche mir für mein berufsleben auch ein stärkeres Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht am eigenen Unterricht. Es gibt in einigen naturwissenschaftlichen Bereichen, hier speziell in der Chemie Dinge, deren Anwesenheit im Unterricht zu einem deutlich besseren Verständnis führen würde. Als ich zu Beginn meines Studiums besagte kleine Aspekte kennenlernte fragte ich bei meinem Chemielehrer nach, warum dies trotz der hhen Relevanz micht Unterrichtsthema sei.Dieser sagte mir er dürfe es nicht, da es nicht im lehrplan enthalten sein und die Zeit nicht reichen würde. Dafür sei für “komplexe” Farbstoffsynthesen, deren Mechanismus kaum ein Schüler nachvollziehen kann, Zeit genug. Hier fehlt es an Material zur Erschaffung eines Fundamentes für weiteres, teils Fächerübergreifendes Wissen. Da frage ich mich ernsthaft: Warum erst in der Uni?

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich möchte mich für die zahlreichen Rechtschreibfehler entschuldigen. Diese treten häufiger auf wenn ich in Rage bin.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Und man nimmt durch Nutzung von Technologie ebenfalls Einfluss auf die Entwicklung dieser, was z.B. durch Verbesserungen/ Optimierungen der Technologie und die resultierende verbesserte/vereinfachte/vielfache Nutzung unsere persönliche und gesellschaftliche Entwicklung ebenfalls beeinflusst. Als Beispiel kann hier das Internet herangezogen werden. Je einfacher es zu bedienen und verfügbar wurde, desto populärer und einflussreicher wurde es.

  • Severshe

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Ich sehe hier verschiedene Probleme bei diesem Ansatz.

      Die Prämisse, dass es für die Schüler (In jeder Altersstude) wichtig ist einen direkten Sinn zu sehen halte ich Lern- und Entwicklungspsychologisch für fragwürdig. Bis zu einem gewissen Alter lernt ein Kind bzw. Jugendlicher nicht aus dem Verständnis für den Sinn, sondern es lernt für (eine) Bezugsperson(en). Seien dies Eltern, Erzieher, Lehrer.
      Dies ändert sich natürlich mit zunehmenden Alter.
      Hier halte ich es für sinnvoller und zukunftsweisender eine Transformation im Bildungsprozess anzustreben, die auf Beziehungsarbeit aufbaut und auch die Beziehungsfähigkeit(Menschlichen Miteinander, Emphatie, etc.) der Kinder/Jugendlichen fördert. Dies würde meiner Meinung nach auch eine konstruktive Haltung zur Zukunft fördern. (Vgl. Lob der Schule, J. Bauer)

      Ein weiteres Problem sehe ich bei der Kosten/Nutzen Rechnung von ständiger Projektarbeit. In Projektwochen und Exkursionen werden an vielen Schulen ja schon seit Jahren solche realen Aufgaben angegangen. Dies ist mit Sicherheit auch gut und sinnvoll so. Doch einen Großteil des zu vermittelnden Stoffes in solchen Projektion an die Schüler zu bringen halte ich zeitlich für nicht realisierbar, da hiermit immer ein Mehraufwand von Nöten ist.

  • skoeste1

    • Comment on Didaktisches Design on May 16th, 2012

      Ich denke auch, dass reines Prognostizieren nicht förderlich für die Gestaltung der Zukunft sind. Allerdings kann man das Prognostizieren auch nicht strikt vom Vorhaben- und Visionen-Entwickeln abtrennen. Ich denke eher, dass beide einander bedingen. Prognosen helfen, den Denkanstoß für Vorhaben zu bekommen; die geplanten Vorhaben interpretieren dann die Prognosen gewissermaßen auf eine andere Weise und machen sie umsetzbar. Man kann, denke ich, auf keines der beiden verzichten.

    • Comment on Didaktisches Design on May 16th, 2012

      Da hast du sehr recht. Und ich würde auch noch etwas ergänzen: es ist, denke ich, ziemlich offentsichtlich, dass die Wähler der Piraten zum größten Teil Protestwähler sind. Aber anders als noch vor kurzem, als Protestparteien vor allem an den extremen Rändern zu finden waren, kommt dieses Mal sogar noch eine weitere Möglichkeit der Identifizierung mit der Protestpartei hinzu: viele Bürger sind nicht nur mit der Arbeit der “etablierten” Parteien unzufrieden, sondern sie können der komplexen politischen Welt, wie wir sie heute vorfinden und wie Groys sie benennt, nicht mehr folgen. Dass Vertreter der Piraten offen zugeben, dass sie ebenfalls (noch) keine Meinung zu einigen Themen haben, trifft in diesem Moment auf großen Zuspruch, wie man sieht vor allem bei den von Groys angesprochenen jungen Menschen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 16th, 2012

      “Neue Wirklichkeit ist nie identisch mit einer ursprünglich formulierten Vision.”
      Dieser Satz bringt mich wieder zu meinem Kommentar zu Paragraph 5: Prognosen für die Zukunft rufen Visionen hervor bzw. verändern diese, ebenso verändern Visionen zuvor erstellt Prognosen. Das, was man aufgrund des aktuellen Prognosenstandes als Neue Wirklichkeit bezeichnen kann, steht also wie die Visionen und aufgrund der Visionen im ständigen Wandel.

  • stefan iske

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Vielen Dank erstmal für das Format der textbasierten Diskussion in der “Randspalte” und für den Inhalt. Beides gefällt mir sehr gut…

      Diese Diskussion hier verstehe ich als Schärfung von Argumenten und Positionen – angesicht der ja auch im Text kritisierten postmodernen Auffassung der “Beliebigkeit” (und damit “Austauschbarkeit”) von Positionen.

      In dieser Perspektive füge ich einige Anmerkungen, Hinweise, Nachfragen usw. an und kein systematisches und abschließendes Review… darauf können wir ja im Rahmen des Vortrag zurückkommen…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Dem Einstiegssatz würde ich in Hinblick auf formales Lernen (z.B. in der Schule) zustimmen; bei informellem/non-formalemn Lernen bin ich mir weniger sicher… Wenn man allgemein von “Lernen aus Erfahrung” spricht, bezieht sich die Richtung des Lernens ja eher in die Vergangenheit denn die Zukunft; man/frau lernt dann AUS der Vergangenheit FÜR die Zukunft. Die vergangene “Lernsituation” muss aber nicht “intentional” gewesen sein.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Diesen Absatz verstehe ich als Beschreibung/Kritik des gegenwärtigen Diskurses…
      Bei der Output-Orientierung könnte eine inhaltliche Dimension von Fähigkeiten/Kompetenzen unterschieden werden. Und der Begriff der Kompetenz hat ja gerade auch im Schulkontext in den letzten Jahren Karriere gemacht.
      Wenn man die weiter hinten im Text genannten Bildungsziele von Klafki zugrunde legt, hätte man auch eine Orientierung (und zwar eine eher bildungsphilosophisch begegründete…), die dann allerdings noch nicht operationalisiert/statisch messbar ist.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      … und eine Planung auf Grund von “Defiziten” zeigt bereits, dass es sich um eine normative Diskussion handelt…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      … zur Rolle und Bedeutung von Prognosen… vor einiger Zeit habe ich “Die Welt in hundert Jahren” von Arthur Bremer gelesen – verfasst um Jahr 1910! Es ist interessant zu sehen, dass man/frau sich mit technologischen Prognosen leichter tut als mit sozialen: Für einige technische Entwickungen/Geräte sind erstaunliche Parallelen erkennbar – von sozialen Entwicklungen hingegen kaum die Rede…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Eine inhaltliche Nachfrage: Die Philoosphie von Platon bis -einschließlich?- Kant beansprucht, Erkenntnisse über das “wahre” Wesen der Realität zu finden?

      Bei Kant ist das “Ding an sich” dem Menschen doch gar nicht zugänglich…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Den Gedanken der permanenten Innovation finde ich sehr spannend. In Anlehnung an Dewey und mit Hinweis auf “Transmission” würde ich eine etwas andere Lesart vorschlagen: “Erneuerung” impliziert ja, dass dieser Prozess auch fehlschlagen kann.

      Insofern handelt es sich nicht um eine (unreflektierte oder 1:1) Weitergaben von Wissen (diese Idee der Containermetapher ist ja vielfältig diskutiert/widerlegt). Vielmehr handelt es sich wohl um “Transmission” im Modus der Widerstreits (vgl. Koller) bzw. der Bewährung. Was sich aus Perspekte der Lernenden nicht “bewährt”, wird von diesen nicht weitervermittelt an zukünftige Generationen und fällt somit aus der “Transmission” heraus oder wird in modifizierter Form “weitergegeben”.

      An dieser Stelle kommt dann u.a. auch “Neues” ins Spiel..

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Der “strukturale Bildungsbegriff” (s. postings oben), wie er von W. Marotzki /h N. Meder u.a. vertreten wird, scheint mir hier gut zu passen, weil er tatsächlich “ideologiefrei” im Sinne von “inhaltlich leer” ist.

      JEDES Verhältnis eines einzelnen zur Welt, Gesellschaft und zu sich selbst IST ein Bildungsverhältnis.

      Wenn man/frau von “Innovation” spricht, ist man aus strukturaler Perspektive dazu angehalten zu sagen, wie das strukturale Verhältnis inhaltlich gefüllt ist; wie genau sieht ein “innovatives Verhältnis” aus? Und so müßte dann auch ein “innovatives Verhältnis” z.B. von einem “reaktionären” unterschieden werden können, denn Verhältnisse sind beide…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      … der Begriff der “Übertragung / Weitergabe” im Dewey-Zitat scheint mir eine sehr enge Übersetzung: Was steht denn eigentlich im Original? vermutlich analog zum Titel “Transmission”, oder?

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Den bisherigen Text habe ich eher aus der Perspektive “invidueller Bildung” (s. oben; “Selbstentfaltung” / individuelles Potential” gelesen. Meint kollektive Bildung hier so etwas wie die Idee der “Höherbildung einer Gesellschaft”, basierend auf der Bildung Einzelner? Oder die Verknüpfung einzelner, gebildeter Individuen? Oder Ideen/Ansätze?

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      “Seit den 1960er Jahren…” woran machen Sie diese Jahresangabe fest? In Rahmen der Reformpädagogik wurde doch auch grundlegend und mit weit reichenden Konsequenzen (vgl. Dewey) über das Verhältnis von Inhalten – Methoden – Zielen nachgedacht…?

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      … über das Postulat “keine normativen Forderungen” können wir ja in der Vorlesung diskutieren. Es gibt ja Menschen, die sehen z.B. in PISA als Ergebnis empirischer large-scale Unterrichtsforschung normative Aussagen…

      Nach dem Selbstverständnis von Heimann/Otto/Schulz ist deren Ansatz ja gerade “empirisch”, und nicht “philophisch”.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Der Hinweis auf K.-H. Flechsig gefällt mir sehr gut! Und sein Verständis von “Didaktischen Design” ist immer noch provokant/innovativ; wenn er z.B. von der “Lebens-Qualität” von Lehr-Lernsystemen spricht

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Dieser Absatz ist für mich teilweise schwer nachzuvollziehen, da ich mir nicht immer sicher bin, auf welche Ebene sich die Argumentation bezieht. Aus allgemeindidaktischer Sicht könnte man mit einer Unterscheidung von Didaktik und Methodik einleiten…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Dieser Absatz könnte mit der Unterscheidung von “Didaktik” und “Methodik” reformuliert werden. Als Bezugpunkt wäre dann noch expliziter auf die Zielgruppe hinzweisen. Als Visualisierung könnte dann das Didaktische Dreieck eingefügt werden :-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Dem letzten beiden Sätzen würde ich widersprechen: Zentral ist die Vielfalt didaktischer Modell (… das ist ja eine zentrale Forderung/Einsicht von Flechsig, s.oben).

      Didaktische Modelle wir die Vorlesung (die auf “Frontalunterricht” / “Instruktion” beruht), haben ihre Berechtigung und stehen neben anderen didaktischen Modellen. Problematisch ist vielmehr die einseitige Fokussierung ein EIN didaktisches Modell, egal welches. NUR Frontalunterricht ist genau so problematisch wie NUR Erkundung oder NUR Kleingruppen-Lerngespräch…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Die Frage nach “gutem Unterricht” scheint hier auf die Frage der “Persönlichkeit des Lehrers” als zentralem Anknüpfungspunkt fokussiert.

      Dieser Fokus wird im didaktischen Diskurs schon seit längerer Zeit diskutiert und auch kritisiert. Auf jeden Fall wird dabei die Ebene der Organisationsform, z.B. von Schule nicht explizit Bezug genommen. Wenn man z.B. an die Diskussion um die Schulform in NRW denkt…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Wie ist dieses “Ziele vereinbaren” gemeint? Auf welcher Ebene liegen diese Ziele?

      Oben wird ja mit Bezug auf Dewey davon gesprochen, dass bestimmte Inhalte in Schule im Sinne eines gesellschaftlichen Fortbestandes / der gesellschaftlichen Erneuerung “vermittelt” (s. oben) werden. Grob gesprochen kommen dann doch die Ziele nicht nur vom Lehrenden/Lernenden, sondern -auch- von der Gesellschaft..

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Interssant ist ja, dass Sie von “Lehrpersonen” sprechen, bei den unterschiedlichen Rollen aber “Lehrender” im Spektrum gar nicht mehr auftaucht?

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      ups, bezieht sich auf den vorangehenden Absatz…

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Als Überschrift dieses Fotos steht im PDF: “Lernen am Ort des Geschehens”.

      Meine alternative Lesart ist, dass sich die Lernenden gerade zwar am Ort des Geschehens befinden, aber nicht direkt sondern über Medien vermittel (per Fernglas)(als Extension ihres Körpers) an einem Geschehen (eher passiv als aktiv) teilnehmen :-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Zur “Freiheit der Lehre”. In NRW wiederholen einige Montessori-Schüler ihre Abiturklausuren, weil im Deutschunterricht “Die Physiker” (Pflichtlekture) nicht behandelt wurde…

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      Auf die Schule bezogen ist der Einstieg ja auf jeden Fall passend: Auch wenn Schüler dies oft anders erleben (… gerade auch im Rückblick, was durchaus auch kritisch zu hinterfragen ist…), Lernen in der Schule sollte natürlich schon intentional ausgerichtet sein.

      Auf Nachfrage sollte ein Lehrender erläutern können, WARUM er/sie WAS und WIE gemacht hat und welches ZIEL damit verfolgt wird… und damit ist Lernen auf Zukunft bezogen…

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      Einen “direkten Sinn” im Lernen/Lernstoff zu sehen ist generell natürlich wünschenswert und ein Idealfall. Aber die Frage, was mit diesem direkten Sinn gemeint ist, kann gar nicht so einfach beantwortet werden… Vermutlich kann “direkter Sinn” nicht mit unmittelbarer Anwendbarkeit/Verwendbarkeit gleichgesetzt werden; und auch nicht mit unmittelbar Erkennbar / am Gegenstand ablesbar. Für Lehrende ist es daher eine große Herausforderung, die Schüler dabei zu unterstützen, einen “Sinn” / Bedeutung / Relevanz herzustellen. Der Verweis auf eine zukünftige/rückblickende Einsicht ist da lediglich eine Krücke.
      Aber hier zeigt sich auch, dass Schuler auch die Funktion hat, Kulturgüter/Bildungsgüter an nachfolgende Generationen weiterzugeben (s. unten, Transmission). Den SuS sollte daher schon einsichtig sein/gemacht werden, warum eine Gesellschaft gerade diese Inhalte (u.a.m.) zum Gegenstand der Schule macht.

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      Ich stimme vollkommen zu, dass der Aspekt der Beziehung nicht zu vernachlässigen ist. Die Grundschule ist dafür ja ein gutes Beispiel. Und manchmal ist es wohl auch so, dass man jemandem zuliebe etwas lernt. Und wie Hr. Neuhaus geantwortet hat, hängt die Art der Beziehung u.a. auch vom Alter ab.

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      Aber noch einmal zur Frage der Methode. Die empirische Forschung ist in dieser Hinsicht ja erstaunlich eindeutig: Lernende mit wenig inhaltlicher Vorerfahrung profitieren von stärker strukturierenden/angeleiteten/unterstützenden Methoden als Lernenden mit großer Vorerfahrung.

      Die Heterogenität der Lernenden ist daher ein starkes Argument für Methodenvielfalt. Und es geht immer um das Verhältnis/die Mischung (Stichwort unten im Text: “Orchestrierung”). Instruktionale und “konstruktivistische” Methoden werden sich daher im besten Fall gegenseitig ergänzen.

      Da aber Unterricht über weite Strecken eher instruktional verläuft, habe ich keine Probleme, die “konstruktivistische”, offenere Seite hervorzuheben. ((über den Begriff “konstruktivistisch/Konstruktivismus” müssten wir uns dann aber noch mal verständigen und einen besseren/genaueren wählen :-))

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      Das ist wirklich ein interessanter Hinweis: Wir reden gerade von Social Web, Social Media und generell von Sozialem Lernen, und der überwiegende Teil des Unterrichts findet aus Lehrendensicht in einem “Einzelkämpfer”-Setting statt; der Austausch unter Kollegen vielleicht im Lehrendenzimmer.

      Das ist ein Zustand, mit dem auch viele Lehrende sehr unzufrieden sind… wie man in einschlägigen Foren gut nachlesen kann :-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      Zur Komposition und der Frage des Neuen hier ein schönes Zitat von Nam June Paik (habe ich als Vorwort in einem Buch gefunden…):

      “Es ist nicht das Wichtigste, neue Dinge zu entdecken, es ist Wichtigste, neue Beziehungen zwischen existierenden Dingen herzustellen.”

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      … auf die konstitutive Rolle der Sprache weist ja auch Humboldt hin, der in erster Linie Sprachwissenschaftler war…

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      … ok, die “jenseitigen Wahrheiten” sind ja keine “Dinge”, die man/frau un/mittelbar mit den Sinnen wahrnehmen könnte… Für die Argumentation des Artikel ist der Bezug auf Kant vermutlich gar nicht so wichtig – aber darüber könnten wir auch noch mal bei der Vorlesung sprechen…

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      Was ist denn genau mit “ideologiefrei” gemeint? Was meinen Martin und Füller damit?

      (In der letzten Ringvorlesung hat N. Meder die These vertreten, dass “Bildung” neben “Individualität” ein bürgerlicher Kampfbegriff war/ist, und insofern gerade nicht “ideologiefrei” war/ist/sein kann.)

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      … was die Frage der Verwissenschaftlichung (“emprische Wendung”) angeht gehe ich mit…

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      … das Didaktische Dreieck ist natürlich keine wissenschaftliche Theorie – da hat Fr. Blömeke vollkommen recht- , sondern bestimmt vielmehr konstitutive Eckpunkte einer pädagogisch/didaktischen Situation…

      also auch wieder ein Strukturmodell (s. oben, Marotzki, strukturaler Bildungsbegriff) als eine inhaltliche Empfehlung…

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      stimmt, ist deutlich. War mehr eine Anmerkung als eine tatsächliche Kritik :-)

  • wneuhaus

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      (Wie gesagt, dass ist ein Experiment, aber ich finds eigentlich ganz cool, so Abschnittsbezogen zu diskutieren, mal sehen wie das so funktioniert …)

      Ich gehe hier erstmal ganz arglos aus meiner persönlichen Wahrnehmung der Welt auf diese Fragen zu, um für LeserIn/HörerIn nachvollziehbar zu machen, warum ich mich dann mit so schwer lesbaren Autoren wie Latour etc. auseinandersetze. Lernen als psychologischen Vorgang und den empirischen Theorien dahinter halte ich schon für wichtig, allerdings würden sie hier glaube ich die Argumentationslinie eher verschleiern. Im Abschnitt “Didaktisches Design” gehe ich kurz darauf ein, weil ich es vor allem das im E-Learning weit verbreitete »Instructional Design« für problematisch halte.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Also ich finde Latour nicht einfach zu verstehen und würde auch nicht behaupten, dass ich ihn vollständig verstanden habe. Was mich zu ihm gebracht hat, ist tatsächlich meine Wahrnehmung, dass sich heutige Diskussionen in der Bildung, noch schlimmer im E-Learning, immer so ziellos anhören, alles dreht sich irgendwie im Kreis, Zukunft, Technologie wird nur wahrgenommen als etwas, dem man hinterherlaufen muss, dass empfinde ich als lästig und kontraproduktiv. In diesem Sinne klingt Latours Begriff der Komposition für mich wie ein Befreiungsschlag. Tatsächlich gefällt mir der Begriff Design besser. “Bricolage” sagt mir grad nichts, kannst du mehr zu sagen?

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Das stimmt, ich verstehe Innovation grundlegend anders als der neoliberale Zeitgeist. Ich habe auch schon angefangen, Quellen zusammenzutragen um Innovation eher im Sinne von Thomas Kuhn als Oberbegriff zu konzipieren und den ökonomischen Innovationsbegriff dem unterzuordnen. Ich glaube dass das notwendig ist, weil wir als Menschen sonst zu Sklaven der technologischen Entwicklung werden. Ich habe diesen Diskussionsstrang bewusst erstmal rausgelassen aus dem Artikel, um die Gesamtlinie deutlich zu machen. Und auch in der Gewissheit, dass diese Diskussion eh noch zu führen sein wird.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      zu Dewey: ja der spricht tatsächlich von Erneuerung, der lebte ja auch in einer anderen Zeit. Wie gesagt der Innovationsbegriff wird hier tatsächlich noch zu definieren sein.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Ja , wie gesagt, um den Innovationsbegriff müssen wir uns noch kümmern. Ich hab schon einiges Material zusammen, aber ich möchte da ungerne einen Schnellschuss liefern, der möglicherweise nicht tragfähig ist.

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Prima, danke für die Hinweise !

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      Ich finde Heiders phänomenologische Beschreibung der Medien absolut beeindruckend. Natürlich muss der Medienbegriff heute weiter gefasst werden. Zu McLuhan und Education hab ich auch noch ein schönes Zitat aus Understanding Media: “In unserer Zeit hat John Dewey sich bemüht, das Bildungswesen wieder auf seinen ursprünglichen, vor dem Buchdruck erreichten Stand zurückzuführen. Er wollte den Lernenden aus seiner passiven Rolle eines Verbrauchers uniform verpackten Wissens befreien. Tatsächlich ritt Dewey mit seiner Reaktion gegen die passive Buchdruck-Kultur auf der neuen elektronischen Welle” (McLuhan, 1968, S. 198).

    • Comment on Didaktisches Design on May 1st, 2012

      stimmt, hab auch schon angefangen zu sammeln. Die Lage ist allerdings sehr unübersichtlich. Der Begriff wird von sehr vielen Leuten sehr unterschiedlich ausgelegt.

    • Comment on Didaktisches Design on May 2nd, 2012

      Also bei der noch ausstehenden Definition von Innovation gehe ich von zwei Grundfragen aus, die sinnvoll beantwortet werden müsssen: (1) Betreiben wir Ökonomie um als Menschen, als Gesellschaft zu wachsen und unser Gemeinwesen zum positiven zu entwickeln (kulturell, sozial, ökologisch, ökonomisch) oder (2) sind soziale, kulturelle, ökologische Errungenschaften nur Abfallprodukte eines ökonomisch-technologisch interpretierten Innovationsbegriffs? Wenn die erste dieser beiden Fragen zutrifft, dann brauchen wir einen neuen Innovationsbegriff, der sich an der Entwicklung der wissenschaftlichen und kulturellen Errungenschaften der Menschheit orientiert und nicht nur an den technologisch-ökonomischen. Da ist z.B. Thomas S. Kuhn interessant aber auch David Bollier. Der heute gebräuchliche Innovationsbegriff ist aus meiner Sicht krank und verhindert echtes Wachstum. Trotzdem ist in dieser Diskussion natürlich auch Schumpeter zu berücksichtigen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 2nd, 2012

      Mit Sicherheit gibt es mehr Autoren, die diese Diskussion führen. Für mich ist allerdings Latour zentral, weil er zum einen ein Zeitgenosse ist und damit die Bedingungen unserer Zeit gut kennt und zum anderen ist er einer der wenigen, die sich von der traditionellen Philosophie verabschiedet haben, die die künstliche Trennung zwischen Subjekt und Objekt, zwischen dem Menschen, seinen Handlungen und seinen Produkten aufrechterhält obwohl diese Trennung für unsere realen Erfahrungen überhaupt keinen Sinn macht. Auf einer etwas abstrakteren Ebene ist deshalb Richard Rorty für mich ein wichtiger Autor, weil der aktiv Sichtweisen produziert, die diese Trennung nicht zulassen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 2nd, 2012

      Konstruktion ist glaub ich klar, Eigenwirkung der Medien find ich einen guten Hinweis,

    • Comment on Didaktisches Design on May 2nd, 2012

      Habe sowohl Luhmann als Auch Habermas in meinem Regal stehen. Mit Habermas geht es mir so, dass er häufig Begrifflichkeiten nutzt, die mir ganz nahe sind, aber ich irgendwie keine knappe konsistente Argumentationslinie finde, die man einfach so weitergeben könnte. Bei Luhmann hab ich das Problem, dass wenn man ihn zitiert, dass dann erwartet wird, dass man in den Strukturen der Systemtheorie argumentiert, das wäre für einen praxisbezogenen Diskurs um die Didaktik wenig hilfreich. Mein Herz schlägt für die Menschen, ihre Beziehungen und die Interaktionen mit ihnen. Theorie ist für mich nur ein Hilfsmittel.

    • Comment on Didaktisches Design on May 2nd, 2012

      achso, und Boris Groys hab ich ausgewählt, weil der mit seiner Zustandsbeschreibung der heutigen Zeit ideal hinführt zu Latour.

    • Comment on Didaktisches Design on May 2nd, 2012

      Danke ! Finde deine Anmerkungen sehr hilfreich ! Ich freu mich schon auf die Live-Diskussion in Köln.

      Der Begriff lebenslanges Lernen klingt für meine Ohren immer so bedrohlich, deshalb benutze ich den eigentlich nie. Klingt immer wie »Lebenslang« und »Knast«. Dabei ist Lernen doch so eine selbstverständliche Grundfunktion wie z.B. das Atmen, das muss aus meiner Sicht nicht extra betont werden, dass wir das ein Leben lang tun. Im Grunde ist der Begriff »Lebenslanges Lernen« ein Symptom für unser krankes Bildungssystem.

    • Comment on Didaktisches Design on May 2nd, 2012

      Es gibt die sogenannten Bildungsstandards, das sind durch die Kultusministerkonferenzen vorgegebene verbindliche Rahmenbedingungen für die Schulen und die einzelnen Schulfächer. Wieviel Freiheit einzelne Schulen und Lehrer haben, hängt auch von den Bedingugen im jeweiligen Bundesland ab. Sabine Czerny zum Beispiel wurde vom Bayerischen Kultusminsterium aus ihrer Schule entlassen, weil sie ihre Schülerinnen und Schüler nach ihrem individuellen Lernfortschritt benotet hat und nicht im Vergleich der Schüler untereinander (was ja überhaupt keinen Sinn macht, wenn man das Ziel verfolgt, die Potenziale der einzelnen Schüler optimal zu fördern).

    • Comment on Didaktisches Design on May 3rd, 2012

      Also ich finde Transformation, Veränderung, Wandel, Leitmedienwechsel sind für mich eher passive Begriffe, die Prozesse ganz allgemein beschreiben, die andeuten, dass etwas mit mir, mit uns, geschieht. Innovation ist etwas, das mich begeistert, weil ich damit aktiv Veränderung herbeiführe. Ich bin mit Begeisterung Innovator und halte es für wichtig den Begriff dem neoliberalen Mainstream zu entreissen. Zum Bildungsbegriff: Durch die starke historische Verankerung im deutschsprachigen Raum scheint mir der Bildungsbegriff gut geeignet – auch und gerade international – ein Gegengewicht zum heute weitgehend outputorientierten Charakter von Education zu setzen. Die Tätigkeitstheorie wiederum wirkt auf mich ein bischen altbacken, hab bisher allerdings nur ein bischen bei Kaptelinin, Engeström und Rückriem reingeschnuppert.

    • Comment on Didaktisches Design on May 3rd, 2012

      Achso und Weitergabe: Also ich klebe nicht am Begriff Weitergabe aber mir gefällt Deweys Ansatz, zunächst auf ganz allgemeiner Ebene den Vorgang zu beschreiben, wie Erfahrungen von Generation zu Generation weitergetragen und weiterentwickelt werden. Ich sehe nicht, dass sich an diesem Grundprinzip bis heute etwas geändert hat. Auch wir haben das Internet so wie es in seinen Grundzügen heute besteht von den Generationen vor uns übernommen und weiterentwickelt. Also Weitergabe darf hier nicht im Sinne von Lernen oder Konstruieren oder Tätigkeit verstanden werden sondern wirklich als allgemeines Prinzip, das unsere historische Entwicklung durchzieht.

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      Ok, ich kann Deine Begriffsdeutung nachvollziehen. Trotzdem fällt es mir schwer zu sagen “ich oder wir transformieren etwas”. Ich bin eher jemand, der Transformationen beobachtet, analysiert, beschreibt. Als Akteur bin ich lieber Innovator, der eine Idee hat und andere dafür begeistert, und diese dann mit anderen umsetzt. Ich vermute wenn dieser Gedanke sich durchsetzen würde, dann würde sich das Bildungssystem auch schneller verändern.

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      thanks ! Schön, mal wieder was von Dir zu hören ;-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      Manuel Castell will ich mir noch mal genauer angucken. “Technologie treibt gesellschaftlichen Wandel” was ja seine These ist, ist aus meiner Sicht nur ein Teil der Wahrheit. Denn wer entwickelt und treibt die Technologie ?

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      Nonaka/Takeuchi in Sachen Externalisierung hab ich als Volltext, kann ich zitieren. Turing hat im Grunde den Computer erfunden, so wie wir ihn heute nutzen auch wenn er ihn noch nicht als physisch anfassbares Ding erzeugt hat. Da ist ihm ja Zuse zuvorgekommen. Aber Zuses Z1 hat mit der Architektur unserer heutigen Computer eigentlich nichts mehr zu tun. Deshalb Turing und Von Neumann. Hab grad noch einen schönen Artikel über Turing entdeckt: http://georgemaciunas.com/?page_id=2682

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      Offensichtlich gibt es da bei Euch an der TU einen Werner Rammert, der spannende Dinge zum Innovationsbegriff schreibt und initiiert: Ein Graduiertenkolleg zum Thema: Die reflexive Herstellung des Neuen – Innovationsgesellschaft heute: http://www.ts.tu-berlin.de/fileadmin/fg226/TUTS/TUTS_WP_4_2011.pdf hab mir mal einen Artikel von ihm bestellt.
      da bin ich gespannt drauf.

    • Comment on Didaktisches Design on May 4th, 2012

      Ein schöner Text zum Design-Begriff von einem »echten« Designer, Holger van den Boom:

      http://www.uni-kassel.de/upress/online/frei/978-3-86219-048-5.volltext.frei.pdf

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Ja das stimmt. Staatliche Schule und die für diese verantwortlichen Kultusministerkonferenzen müssen sich dringend bewegen, um Lernenden Möglichkeiten zur persönlichen Potenzialentfaltung zu geben. Immerhin gibt es schon einige Schulen und Lehrer, die hier echte Alternativen aufgebaut haben. Z.B. die Evangelische Gemeinschaftsschule Berlin Zentrum oder Sabine Czerny in Bayern, die es durchgesetzt hat, ihre Schülerinnen und Schüler gemäß ihres individuellen Lernfortschritts zu beurteilen und nicht vergleichend, entlang scheinbar objektiver Vergleichsmaßstäbe, die es bezogen auf Menschen im Grunde gar nicht geben kann.

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Also an dieser Stelle geht es zunächst mal nicht unmittelbar um Technologien. Es geht grundsätzlich darum, dass wir Menschen im Netzwerk mit unserer Umwelt – und dazu gehören natürlich auch die Technologien – Dinge gestalten können. Und das es Sinn macht, sich dieses Potenzials bewusst zu sein und dieses dann auch zu nutzen, indem man sich gemeinsam Ziele setzt und sich auf den Weg macht, diese zu realisieren. Technologien sind aus meiner Sicht sowohl Mittel als auch selbst wirkende Systeme, die auf unsere Wirklichkeit Einfluss nehmen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 5th, 2012

      Wow! Spannende Frage. Anhänger des radikalen Konstruktivismus, genauso wie Anhänger des Neopragmatismus gehen davon aus, dass wir über das, was jenseits unserer sprachlichen Beschreibungen – unserer individuellen Konstruktionen – existiert, keine Aussagen machen können. Wir können uns mittels der Wahrnehmungen unserer Sinnesorgane und unserer Kommunikationen über diese Wahrnehmungen bestenfalls Einigkeit darüber herstellen, wie wir dieses Wahrgenommene bezeichnen und ob wir diese Wahrnehmung als Realität hinnehmen oder nicht. Im Konstruktivismus sagt man, wenn so eine Einigkeit hergestellt wurde, dass dieser Begriff viabel ist, also so etwas wie eine gemeinsam für gültig befundene »Realität«. Visionen, die noch nicht umgesetzt werden können, bleiben halt Gedanken, die aber trotzdem Richtschnur oder Antrieb sein können, um notwendige Vorbedingungen zu beeinflussen oder mit anderen herbeizuführen. Ich hoffe dass trifft in etwa Deine Frage …?

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      Output-Orientierung bedeutet doch, die Ergebnisse von Vergleichsstudien aber auch Zensurendurchschnitte als wichtigsten Maßstab zu nutzen für die konkrete Realisierung von Lernumgebungen. Das halte ich für sehr problematisch, da dadurch Lehrerinnen und Lehrer gezwungen werden, ihren Unterricht auf normierte Klausuren auszurichten und ihnen kaum Zeit und Raum bleibt, Angebote für die fachbezogene individuelle Entwicklung der Lernenden zu machen. Diese Normierungen begrenzen die Potenzialentfaltung der Lernenden und fördern stattdessen ein Bulimie-Lernen (ein Begriff aus aktuellen reformpädagogischen Diskursen). Deshalb sollten wir uns bei der Planung und Umsetzung von Bildungsmaßnahmen aus meiner Sicht vor allem am Menschen und seinen Potenzialen zur individuellen Entfaltung orientieren. Empirische Studien können dabei zusätzliche Instrumente sein, Maßnahmen zu analysieren und zu reflektieren. Sie dürfen aber nicht als genereller Maßsstab angesehen werden, weil ihre Messmethoden im Fall von Längsschnittstudien viel zu grob und ungenau sind, um menschliches Verhalten zu beschreiben oder gar zu steuern. Insofern brauchen wir dringend eine Alternative zur Output-Orientierung. Wenn die Bildungsstandards diesen Spielraum eröffnen, dann hätte ich auch nichts gegen Bildungsstandards …

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      Das hab ich nur am Rande von Diskussionen z.B. aktuell um die re:publica so als Schlagwort über ihn mitbekommen. Wie gesagt ich hab ihn noch nicht gelesen. Die Bücher sind aber schon auf dem Weg zu mir, so dass ich mir da bald ein eigenes Bild machen kann.

    • Comment on Didaktisches Design on May 7th, 2012

      [Danke für den Respekt ;-), macht richtig Spaß, Text in dieser Form zu diskutieren]

      Wie Du ja schon an den entsprechenden Stellen im Text angemerkt hast, erscheinen Dir die Begriffe »Innovation« und »Bildung« nicht hilfreich. Ich möchte hier dennoch noch einmal ein entschiedenes Playdoyer für diese Begriffe anbringen:

      Innovation und Bildung

      Zentral für mich ist die Frage, wie Menschen lernen. Ich bin begeistert vom Lernen, ich bin deshalb Lehrer geworden und habe deshalb Schule auch wieder verlassen. Mein Versuch, zu verstehen warum Schule die Begeisterung für das Lernen, die wir als Kinder von Natur aus haben, systematisch zerstört und welche Alternativen dazu möglich sind, haben mich motiviert dem Phänomen Lernen stärker auf den Grund zu gehen. Da waren die psychologischen Lerntheorien und Erkenntnisse der Hirnforschung durchaus hilfreich aber die meisten dieser Theorien erklären einen für das Lernen ganz wichtigen Aspekt für mich nicht überzeugend: Wie kommt das Neue in die Welt? Denn Lernen ist nie einfach nur Nachahmen. Im Lernprozess fügen wir den Dingen etwas hinzu, damit sie in das Netzwerk unserer jeweils individuell konstruierten mentalen Modelle passen. Wir eignen uns so das Wissen an, indem wir neue Verknüpfungen, neue Gedanken schaffen. Und mit diesen neuen Gedanken schaffen wir auch neue Realität, weil Gedanken üblicherweise nicht nur Gedanken bleiben. Sie werden zu Worten und Sätzen, gesprochen oder geschrieben, zu Assoziationen zu Ideen, Wünschen und Träumen und schließlich zu Kommunikationen und Handlungen. So jedenfalls erfahre ich Lernen. Diese Art der Erfahrung bildet z.B. auch die Grundlage für die Projektmethode (Dewey). Bei der Suche nach wissenschaftlichen Bestätigungen für diese Erfahrung habe ich tatsächlich nur zwei Autoren gefunden, die die Frage »Wie kommt das Neue in die Welt?« überzeugend beantworten konnten. Eben wie im Text ausgeführt, der Hirnforscher Thomas Fuchs, der mit den evolutionär bedingten zirkulären Erneuerungsprozessen des Menschen in der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt argumentiert und John Dewey, der den Prozess des »Renewal of Life« als Voraussetzung für die kulturelle Entwicklung in unseren Gesellschaften beschreibt. Beide beantworten die Frage »Wie kommt das Neue in die Welt?« damit, dass sie sinngemäß sagen, es handelt sich um einen zirkulären Prozess bei dem sich im wörtlichen Sinne etwas »bildet« oder »herausbildet«. Und diese »Bildung« erscheint mir einfach als ein ganz grundsätzlicher Vorgang der den natürlichen Rahmen für das Lernen bildet und auf den jede Form von Bildung zurückgeführt werden kann. Die überzeugende Kraft dieses Begriffs scheint mir geeignet und stark genug zu sein, um den international geprägten Begriff »Education« kraftvoll im Sinne einer kreativen, emanzipatorischen Pädagogik zu ergänzen. Hier hat der internationale Diskurs definitiv Nachholbedarf. Kern dieses Bildungsbegriffs ist die Erneuerung. So wäre es auch denkbar den Begriff »Innovation« durch »Erneuerung« zu ersetzen. Aber die hochdynamischen Zeiten, in denen wir heute leben, erfordern einen kraftvolleren Begriff, der die eigene Aktivität betont und der die Erneuerung nicht dem neoliberalen Mainstream überlässt: eben Innovation. Ich klebe nicht an diesen Begriffen aber ich halte es strategisch für hilfreich sie zu propagieren.

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Gemeint ist mit der »bewussten Gestaltung der Zukunft«, dass das was ich lerne für mich als Schüler auch irgendeinen Sinn machen sollte. Im E-Learning, genauso wie in typischen Schulbüchern oder im traditionellen Unterricht gibt es häufig künstlich konstruierte Aufgaben, die – gut gemeint – Lebenswirklichkeit simulieren, aber für die Schülerinnen und Schüler selten erfahrbaren Sinn ergeben. Lernen besteht dann aus häufig merkwürdigen Sekundärerfahrungen. Zukunft bewusst zu gestalten hieße dagegen, real anstehende Aufgaben zur Verbesserung des Klassenraums, des Schulgebäudes, des Kiezes anzugehen. Echte Projekte zu planen und umzusetzen, echte Probleme zu lösen und damit konkret nützlich zu sein mit dem was ich als Schüler tue. Und damit eben Zukunft zu gestalten. Eine Schülerguppe hat z.B. die Vorstellung, dass die Stromversorgung im Klassenraum in Zukunft durch ein Windrad erfolgen sollte. Dann wird halt eines gebaut. Riesige formale Probleme bauen sich dann auf, Baupläne müssen recherchiert und verglichen werden, mit Elektrikern müssen die technischen Bedingungen abgeklärt werden, mit der Schulbehörde und dem Bezirksamt müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen abgestimmt werden. Tausend reale, sinnvolle Aufgaben entstehen. Jeder einzelne Schüler, jede einzelne Schülerin kann ihre Stärken einbringen. Lernen findet plötzlich in einem ganzheitlichen, sinnstiftenden Sinne statt. Für in Lehrplänen vorgesehene Kompetenzen aus den Bereichen Mathematik, Physik, Sozialkunde oder anderen Fächern gibt es umfangreiche Gelegenheiten diese im echten Kontext zu erwerben und gleichzeitig damit eben Zukunft zu gestalten.

      Deine zweite Frage war, wo ersichtlich wird, das die Gestaltung der Zukunft nur in wenigen Bildungskontexten eine Rolle spielt. Ich glaube meine exemplarische Beschreibung sollte das deutlich gemacht haben, die Strukturen in der klassischen staatlichen Schule sind für derartige Vorgehensweisen heute noch zu eng. Es gibt aber durchaus schon Schulen, Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihren Schülern in diesem Sinne Zukunft gestalten. Da gibt es z.B. das bundesweit organisierte “Archiv der Zukunft” Netzwerk, in dem viele aktive Lehrer organisiert sind. Oder einige Schulen wie z.B. die evangelische Gemeinschaftsschule Berlin Zentrum oder das spannende Schulprojekt an der Uni Köln »School is Open«, sind hier positive Beispiele. Und natürlich gibt es auch in zahlreichen außerschulischen Zusammenhängen Projekte und Initiativen, die den Anspruch haben, Zukunft zu gestalten.

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Ja Super, Danke ! Ich habe Jörissen und Marotzki natürlich auch gelesen. Und teile auch viele Ihrer Analysen. Das, was sie mit strukturaler Bildungstheorie überschreiben fusst allerdings auf den von Kant formulierten vier Grundfragen, was für mich alles andere als zwingend zu sein scheint. Deshalb fehlt mir persönlich hier etwas das Fundament für den Bildungsbegriff.

    • Comment on Didaktisches Design on May 8th, 2012

      Ja die Analyse »kontingenter gesellschaftlicher Bedingungen« bei Jörissen/Marotzki hat mir auch gut gefallen. Sich für neue Situationen offenzuhalten kann aus meiner Sicht in vielen thematischen Kontexten aufgegriffen werden. Es gibt eigentlich kein Fachgebiet in dem es keine unterschiedlichen Konzepte, Theorien, Anschauungen zu ein und dem selben Thema gibt. Bei der Gestaltung von Lernsettings sollten dann gerade da, wo sich bestimmte Vorstellungen verfestigt haben, Gelegenheiten geboten werden, sich auch völlig andersgeartete Erklärungen, Theorien, Modelle erfahrbar zu machen. In der Physik wäre das z.B. typischerweise die Erklärung von Licht, das üblicherweise zunächst als Welle interpretiert wird. Tatsächlich gibt es aber eben auch das Teilchenmodell, das in der Wissenschaft genauso anerkannt ist wie das Wellenmodell. In der Musik ist es natürlich ganz transparent, hier hängen ja oft bestimmte Lebensstile mit bestimmen Musikstilen zusammen, da gibt es zahlreiche Optionen, wenn es z.B. um Rockmusik geht auch mal den Ska kennenzulernen oder den Punk. Also bewusst nach dem Anderen suchen, wäre vielleicht eine Strategie, die in unterschiedlichen Lernsettings herangezogen werden könnte.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ja, das ist echt ein spannender Punkt. Ich nehme es so war, dass neue Produkte oder Technologien, die wir entwickeln neben dem Zweck für den sie entwickelt wurden häufig noch ein großes Potenzial haben für ganz andere Nutzungsweisen als die zunächst intendierten. Z.B. wurde der analoge Plattenspieler ursprünglich als Wiedergabegerät für Musik konzipiert. Heute findet er dagegen vor allem Anwendung als Musikinstrument in der DJ-Szene. Oder unseren Türschlüssel, der eigentlich als Türöffner gedacht ist, nutzen wir gerne auch mal als »Messer«, um damit Verklebungen an Paketen zu entfernen. Und natürlich das WorldWideWeb da finden wir ja fast täglich neue Verwendungs- und Kommunikationsformen. Über McLuhan hinausgehend spricht Bruno Latour in seiner Akteur-Netzwerk-Theorie nicht nur den Medien eine Eigenwirkung zu sondern auch den Dingen. Für Latour verfügen nicht nur Menschen sondern auch Dinge über eigene Handlungspotenziale. Ich bin schon ganz gespannt auf sein Buch »Das Parlament der Dinge« das bisher noch ungelesen in meinem Bücherregal steht. Ja und um nochmal direkt auf Deine Frage zu antworten: Durch die Nutzung der Technologien nehmen wir natürlich auch Einfluss auf unsere Wirklichkeit.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ja genau so ist es. Deshalb kommunizieren wir ja auch so viel und gerne, weil es einerseits zahllose verschiedene Sichtweisen zu einer Sache gibt und andererseits wir das Bedürfnis haben, unsere Sichtweisen mit anderen zu teilen oder uns identisch zu fühlen mit den Sichtweisen anderer.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich denke Prognosen sind schön und gut. Aber wenn selbst Metereologen davon ausgehen, dass sie klimatische Bedingungen bestenfalls 1 bis 2 Tage vorhersagen können, warum sollten dann Prognosen, die unsere gesellschaftliche und technologische Entwicklung betreffen mehr leisten können? Ich glaube mit Prognosen setzen wir auf das falsche Pferd. Wovon wir aber sicher ausgehen können, ist dass wir fähig sind Vorhaben zu planen und umzusetzen, also Zukunft zu gestalten. Wir sollten diskutieren, ob geplante Vorhaben sinnvoll sind und dabei neben der eigenen Erfahrung und der Erfahrung von Experten auch wissenschaftliche Studien zu Rate ziehen. Das ist aus meiner Sicht eine andere Haltung, als wenn wir Maßnahmen nur aus den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien ableiten.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      ;-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Danke für die spannenden Literaturhinweise! Tatsächlich würde ich jedoch permanente Innovation nicht als »Idiom von Beschleunigung« verstehen wollen sondern eher als einen zirkulär, unendlich andauernden Vorgang. Das wäre für mich Permanenz. Als Akteur, der solch zirkuläre Prozesse mit am Leben hält, würde es mir eben nicht nur um das reine »Fortkommen« gehen, sondern um die konkrete Gestaltung bzw. Komposition im Sinne Latours, d.h. wie im Text zitiert: »sich zu kümmern, sich langsam zu bewegen, vorsichtig und mit Vorsorge«.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Es gibt sehr unterschiedliche Zukunftsorientierungen in Bezug auf den Bildungsbegriff. Ich habe im Text zwei dieser Orientierungen zu unterscheiden versucht: (1) Orientierung an Zukunftsprognosen. (2) Orientierung an Ideen und Visionen zur Gestaltung von Zukunft. Die erste Variante tendiert aus meiner Sicht dazu, Bildung dem ökonomischen Wachstum unterzuordnen. Die zweite Variante skizziert einen ganzheitlichen Wachstumsbegriff, dem das ökonomische Wachstum untergeordnet ist. Das bedeutet: ich lerne, um aus der heutigen Welt eine bessere Welt zu machen. Und mit dem Selbsbewusstsein, das ich mit der Umsetzung meiner Verbesserungen erlange, erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit später einen spannenden Job/Studienplatz zu bekommen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      ja, das trifft es in etwa.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Du schreibst: “dass Neues nicht immer bewusst geplant wird und aus Veränderungen entstehen kann, die diese Entwicklung gar nicht vorgesehen haben”. Das sehe ich genauso. Das ist aber aus meiner Sicht kein Widerspruch dazu, dass Neues auch aus Visionen hervorgehen kann, bzw schon zahlreich in der Geschichte der Menschheit hervorgegangen ist. Was Groys unter dem »Neuen« versteht wird aus dem Zitat, dass ich hier herangezogen habe, nicht wirklich deutlich. Ich habe das Zitat gewählt, um eine Zustandsbeschreibung unserer Gegenwart deutlich zu machen, die ich ähnlich empfunden habe.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Postmodernismus wird hier als eine philosophische Haltung angesehen. Ich verstehe Latour so, dass er die seit den Zeiten Descartes vorherrschende Trennung von Subjekt und Objekt als tragische Fehlentwicklung für unser gesellschaftliches Leben ansieht. Den Postmodernismus, sieht er als eine nicht funktionierende Antwort auf diese Situation. Diese Antwort muss aus seiner Sicht scheitern, weil die uns prägende klassiche Philosophie die Trennung von Subjekt und Objekt als ganz natürlich ansieht. Das Scheitern des Postmodernismus wird damit zum Symptom für das »Krankheitsbild«: “Trennung von Subjekt und Objekt”.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Er schliesst das gar nicht aus. Er kritisiert nur das postmoderne Denken, das diesbezüglich keine Entscheidungen treffen kann.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Ich würde Komposition durchaus auch so verstehen, dass aus Altem etwas Besseres, neues konstruiert wird. Das Neue kommt ja nie aus dem Nichts.

    • Comment on Didaktisches Design on May 9th, 2012

      Martin Lindner hat hier in einem anderen Thread z.B. Definitionen von ihm selbst und von Jörissen/Marotzki verlinkt, die auf eine fundamentale Grundfunktion von Bildung abzielen.

    • Comment on Didaktisches Design on May 10th, 2012

      Gefällt mir ! ;-)

    • Comment on Didaktisches Design on May 13th, 2012

      Also Latour´s Verständnis des Kompositionsbegriffes ist weitaus komplexer als das hier in diesem kurzen Zitat zum Ausdruck kommt. Vielleicht lohnt sich hier ein Blick in den Originaltext (bzw. die Übersetzung bei heise.de): http://pages.citebite.com/j3m9p0nxcsm . Allerdings ist mir auch Deine Formulierung »selbtsreflektierender Fortschritt« nicht ganz klar.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Der Einstieg in den Text ist ein Versuch, meine persönliche Erfahrung mit dem Lernen darzustellen, um damit für die Leserinnen und Leser einen plausiblen Ausgangspunkt zu skizzieren für die nachfolgenden Diskurse. Ich gehe natürlich davon aus, dass das nicht die einzig mögliche Art ist zu lernen oder Lernen zu beschreiben. Insofern stimme ich hier zu: Lernen muss keinesfalls immer intentional sein.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Also hier argumentiere ich aus einer neopragmatistischen Position, wie sie z.B. Latour und Rorty einnehmen. Für diese macht Metaphysik – also Erkenntnis jenseits der Sprachspiele in denen wir Denken und jenseits der sinnlichen Erfahrung – keinen Sinn. Ich bin kein Kant-Kenner, aber durch die Lektüre der Neopragmatisten und »Antiessentialisten« wie Rorty Philosophen wie z.B. Wittgenstein oder auch Nietzsche betitelt, die eine Realität jenseits der Sprachspiele in denen wir denken, ablehnen, ist bei mir der Eindruck entstanden, dass auch Kants Versuch einer Neuformulierung der Metaphysik (Kritik der praktischen Vernunft) auf jenseitige Wahrheiten aufbaut (Freiheit des Willens, Unsterblichkeit der Seele, Existenz Gottes).

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      “Transmission im Modus des Widerstreits” klingt interessant und passend. Gibt es da eine konkrete Literaturempfehlung zu Koller?

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Im strukturalen Bildungsbegriff, wie er z.B. in Jörissen/Marotzkis »Medienbildung« formuliert wird, fällt es mir schwer, ein logisch zwingendes Fundament für Bildung zu finden, weshalb ich mich auch – wie dieser Artikel dokumentiert – auf die Suche gemacht habe …

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      ja das stimmt, im Original steht »Transmission«: http://pages.citebite.com/m4j2d2hkvna Das wird in der deutschen Übersetzung manchmal mit “Weitergabe”, manchmal mit “Übertragung” übersetzt. Es ging mir auch an mehreren Stellen der Übersetzung so, dass sie mich nicht hundertprozentig überzeugte.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Für mich lässt sich Bildung und Lernen am deutlichsten aus der individuellen Perspektive beschreiben, weil dadurch leichter nachvollziehbar wird wovon ich rede. Dennoch lehne ich mich in meinem Verständnis von Bildung, Weitergabe, Übertragung und Lernen gerne an die Anschauungen von John Dewey an, der Bildung im Prinzip »sozialkonstruktivistisch« beschreibt. Lernen, wie Kommunizieren braucht den sozialen Bezug, das Kollektiv. In dem hier herangezogenen Beispiel der Entwicklung des Internets hab ich den Begriff Kollektiv zugegebenermaßen recht weit gedehnt.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Ich beziehe ich mich hier explizit auf die »Verwissenschaftlichung« der Didaktik, wie sie Terhardt (Terhardt, 2000, Lehr-Lernmethoden, Juventa, S. 21) unter Bezug auf Leschinsky/Roeder beschreibt. Schlagworte: Methodische Orientierung des Unterrichts an den Wissenschaften; Orientierung der Ausbildung von Volksschullehrern an den Wissenschaften. Diese Entwicklungen beschreibt er als Ära der Bildungsreform, die in den 60er Jahren vorbereitet wird und in den 70er Jahren zur Wirkung kommt.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Ja das ist eine spannende Diskussion, vielleicht bringe ich auch das Buch , das Arnold, Blömeke, Messner und Schlömerkemper zum Thema herausgegeben haben mit (Allgemeine Didaktik und Lehr-Lernforschung – Kontroversen und Entwicklungsperspektiven einer Wissenschaft vom Unterricht, 2009) .

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Vielleicht lässt sich das in der Diskussion vor Ort klären …

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Was noch zu diskutieren wäre, da nach Blömeke das Didaktische Dreieck über keine Merkmale einer wissenschaftlichen Theorie verfügt, gibt es wenig wissenschaftstheoretische Gründe, ein Modell dem anderen vorzuziehen …

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Ok, das ist von mir zu ausschließlich formuliert, stimme der Kritik zu. Instruktionen, wenn sie vom Lernenden gewünscht sind, sind natürlich auch ein wichtiger Weg, sich Wissen oder Fertigkeiten anzueignen. Dennoch würde ich davon ausgehen, dass das Konstruktionsparadigma der Instruktion übergeordnet ist, dass der Wille, die Motivation, die Bereitschaft sich Wissen anzueignen, Voraussetzung sind, um Instruktionen annehmen zu können.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      .. to be discussed …

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Hier sind schon eher operationalisierte oder operationalisierbare Ziele bezogen auf die konkrete Lernsituation gemeint, die aus den Diskursen auf gesellschaftlicher Ebene abgeleitet wurden.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Ich sehe »Lehren« oder »Instruktion« (als Fachexperte) schon auch noch als eine Funktion oder Rolle von Lehrerinnen und Lehrern, das wäre für mich aber nur eine Rolle unter vielen anderen (wie die genannten: Moderator, Coach, Fachexperten, Komiker über den Begleiter bis hin zum Supervisor).

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      ok … aber ich glaube es wird dennoch deutlich, was hier gemeint ist ;-) Beobachten ist z.B. in der Biologie eine sehr wichtige Aktivität.

    • Comment on Didaktisches Design on May 14th, 2012

      Ich denke der Aspekt der Beziehungsarbeit sollte bezogen auf unterschiedliche Altersstufen und Zielgruppen differenziert betrachtet werden. Projektarbeit im Sinne Deweys würde sicherlich grundlegende Veränderungen bestehender Bildungsinstitutionen voraussetzen. Im jetzigen staatlichen Schulsystem, in dem Team-Arbeit unter Kolleginnen und Kollegen keinesfalls selbstverständlich ist, in dem Lernsituationen nachwievor in 45-Minuten-Happen zerstückelt werden und in dem die Integration in den Kiez, in den Stadtbezirk, in die Gesellschaft, die digitale Vernetzung mit anderen Lernenden und Kompetenzträgern keine ernstzunehmende Rolle spielt, in diesem System kann die Kosten/Nutzen Rechnung natürlich nicht funktionieren. Immerhin gibt es einige Schulen und Kollegien, die recht erfolgreich zeigen, dass offenere institutionelle Strukturen in Bezug auf Lernen und Persönlichkeitsentwicklung durchaus fruchtbar sind (Beispiel: Evangelische Gemeinschaftsschule Berlin Zentrum).

    • Comment on Didaktisches Design on May 15th, 2012

      gerade bei Heiko Idensen entdeckt: Design Methodologies: http://nwlink.com/~donclark/design/design_models.html